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Nahrungsfette, Blutfette und deren Bedeutung für die Gesundheit
Was versteht man unter gesättigten, einfach- oder mehrfach gesättigte Fettsäuren?
Das Angebot an Speiseölen ist unübersichtlich groß und wächst stetig. Angeboten werden kaltgepresste Öle, Öle aus 1. Pressung oder raffinierte Öle. Unterschiedlichste Ölpflanzen sind die Lieferanten für diese Speiseölvielfalt. Für Verbraucher ist die Entscheidung für ein Öl häufig sehr schwierig. Als Kriterien für die Beurteilung eines Pflanzenöls können Verbraucher häufig nur subjektive Merkmale wie Geschmack oder Farbe heranziehen. Ernährungswissenschaftlern fällt die qualitative Einschätzung eines Pflanzenöls da meistens schon leichter. Objektiv meßbare Werte wie Erhitzbarkeit oder insbesondere die Zusammensetzung sind bei ihnen ausschlaggebend für eine Beurteilung. Das besondere Augenmerk gilt hierbei den Fettsäuren. Sie können nach verschiedenen Kriterien eingeteilt werden. Die Kettenlänge, der Grad der Sättigung oder die physiologischen Wirkungen können als Merkmale herangezogen werden.
Natürlicherweise kommen Fettsäuren als Bestandteile der sogenannten Neutralfette oder Triglyzeride vor. Zusammen mit dem Alkohol Glyzerin bilden dabei jeweils drei Fettsäuren eine Einheit. Alle Fettsäuren bestehen aus einem Gerüst von Kohlenstoffatomen unterschiedlicher Länge. Die Anzahl der Kohlenstoffatome in den verschiedenen natürlich vorkommenden Fettsäuren variiert von 2 bis 26. An einem Ende der Kohlenstoffkette befindet sich eine Methylgruppe, man bezeichnet das Kohlenstoffatom dieses Endes auch als w-C-Atom. Am anderen Ende der Kohlenstoffkette befindet sich eine Säuregruppe. Sind alle Kohlenstoffatome der Kette mit Wasserstoffatomen "abgesättigt", so daß die gesamte Kette nur Einfachbindungen enthält, bezeichnet man die Fettsäure als gesättigt. Enthält die Fettsäure hingegen eine oder mehrere Doppelbindungen in ihrem Kohlenstoffgerüst, da nicht alle C-Atome mit jeweils 2 Wasserstoffatomen verbunden sind, spricht man in Abhängigkeit von der Anzahl der Doppelbindungen von einfach bzw. mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Die Ölsäure ist die wichtigste Vertreterin der einfach ungesättigten Fettsäuren. Bei den essentiellen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind insbesondere die Linol- und die alpha-Linolensäure von Bedeutung.
Gesättigte Fettsäuren kommen in tierischen Fetten sowie in fettreichen tierischen Lebensmitteln vor. In pflanzlichen Fetten und Ölen dominieren die ungesättigten Fettsäuren. Eine Ausnahme bildet hier nur das Kokosfett, das zu über 90 Prozent gesättigte Fettsäuren enthält.
Die Einteilung der Fettsäuren in die drei Gruppen ist sehr wichtig, denn im Zusammenhang mit Fettstoffwechselstörungen kommen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren sehr unterschiedliche Bedeutungen zu. Die Serumkonzentrationen an Gesamt- und an LDL-Cholesterin sind neben der Menge des mit der Nahrung zugeführten Cholesterins auch abhängig von der Art und der Menge der aufgenommen Nahrungsfette. Eine hohe Konzentration an Low density Lipoproteins (LDL) im Blut wird heute als einer der wichtigsten Auslöser für die Entstehung einer Arteriosklerose angesehen, die im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Hirnschlag führen kann.
Welche Fettsäuren sind für die Gesundheit förderlich?
Epidemiologische Daten und Ergebnisse von Interventionsstudien und klinischen Studien haben gezeigt, daß eine Verringerung des Verzehrs von Fetten mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren zu einer Senkung der Serumcholesterinkonzentration und des Herzinfarktrisikos führt. Insbesondere gesättigte Fettsäuren mit einer Kettenlänge ab 12 Kohlenstoffatomen erhöhen die Konzentration des Blutcholesterins. Demgegenüber haben gesättigte Fettsäuren mit einer niedrigeren Anzahl an Kohlenstoffatomen, ebenso wie die 18 Kohlenstoffatome umfassende Stearinsäure, kaum Einfluß auf den Blutcholesterinspiegel. Nach der Ursache für den Anstieg der Cholesterinkonzentration im Blut durch eine hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren wurde lange gesucht. Heute ist bekannt, daß eine Überflutung mit gesättigten Fettsäuren zu einer Regulationsstörung der LDL-Rezeptoren an den Zellen führt, die letztlich eine Erhöhung des LDL-Cholesterins und damit auch des Gesamt-Cholesterins verursacht.
Der Austausch gesättigter Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der täglichen Ernährung führt zu einem Absinken des Blutcholesterinspiegels. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden aus diesem Grund seit längerem in sehr hohen Mengen empfohlen. Einige Studien haben jedoch gezeigt, daß zu große Mengen an mehrfach ungesättigten Fettsäuren nicht nur positive Effekte auf den Blutcholesterinspiegel ausüben, sondern gleichzeitig auch den Anteil des erwünschten HDL-Cholesterins senken können.
Einfach ungesättigte Fettsäuren wie z. B. die Ölsäure galten in ihrer Wirkung auf den Cholesterinspiegel des Blutes lange Zeit als neutral. Zahlreiche Studien in den letzten 10 Jahren haben eindrucksvoll belegt, daß eine an einfach ungesättigten Fettsäuren reiche Ernährung zu einer Verringerung der Gehalte an Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin im Blut führen können. Der Gehalt an HDL-Cholesterin wird hierbei nicht oder kaum beeinflußt, so daß ein deutlich positiver Gesamteffekt auf den Cholesterinspiegel ausgeübt wird.
Aufgrund dieser Erkenntnisse hat Olivenöl einen neuen ernährungsphysiologischen Stellenwert erhalten.
Ölsäure Warum Olivenöl so gesund ist.
Epidemiologische Studien in den Mittelmeerländern, wo überwiegend ölsäurereiches Olivenöl als Speiseöl verwendet wird, haben gezeigt, daß Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems dort deutlich seltener auftreten als in Mittel- und Nordeuropa.
Klinische Studien mit gesunden Probanden, aber auch mit Patienten mit Hyperlipidämie haben bestätigt, daß einfach ungesättigte Fettsäuren in der Lage sind, das Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin zu senken.
Neben dieser direkten Beeinflussung des Blutcholesterinspiegels üben einfach ungesättigte Fettsäuren möglicherweise noch eine weitere Schutzwirkung im Hinblick auf eine Arterioskleroseentstehung aus. Die Zusammensetzung der LDL, die neben Cholesterin auch Neutralfette transportieren, ist teilweise abhängig von der Nahrung, d. h. eine Kost mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren bewirkt höhere Konzentrationen dieser Fettsäuren in den LDL. Bei einer ölsäurereichen Ernährung finden sich dementsprechend höhere Gehalte an Ölsäure in den LDL.
Aufgrund ihrer chemischen Struktur, d. h. ihrer höheren Anzahl von Doppelbindungen sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren relativ instabil. Durch verschiedene Einflüsse, denen sie im Blut ausgesetzt sind, kann es zu einer sogenannten Peroxidation der Fettsäuren kommen. Das gesamte LDL-Molekül wird auf diese Weise chemisch modifiziert und weist veränderte Eigenschaften auf. Es wird heute diskutiert, daß auf diese Weise veränderte immer noch cholesterinhaltige LDL die Entwicklung einer Arteriosklerose fördern können. Die modifizierten LDL-Partikel werden von Makrophagen im Blut erkannt und aufgenommen. Diese beladenen Makrophagen verändern sich, es setzt die sogenannte "Schaumzellenbildung" ein. Die Bildung von Schaumzellen wird heute als erster Schritt in Richtung einer Arterioskleroseentstehung gesehen. Die cholesterinreichen Schaumzellen lagern sich an die Arterienwand an und es entstehen sogenannte "Fettstreifen", eines der frühen Stadien bei der Arterioskleroseentstehung.
Tierexperimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass ölsäurereiche LDL-Moleküle wie sie bei einer ölsäurereichen Ernährung entstehen, deutlich stabiler gegenüber oxidativen Veränderungen sind und damit die Reaktionskette in Richtung einer Begünstigung der Arterioskleroseentstehung in einem deutlich verringerten Maß abläuft.
Die Öläure im Olivenöl kann damit also wahrscheinlich auf zweierlei Weise der Entstehung einer Arteriosklerose entgegenwirken: Zum einen vermindert sie die Konzentration der LDL im Blut, zum anderen habt sie einen positiven Einfluß auf die Oxidationsstabilität der Lipoproteine. Desweiteren bewirkt das natürllicherweise im Olivenöl enthaltene Vitamin E als Antioxidant eine zusätzliche Oxidationsstabilität in der LDL.
Diese Neueinschätzung der Ölsäure hat dazu geführt, daß die Empfehlungen für die Fettsäurenzufuhr in vielen Ernährungsgremien überarbeitet worden sind. Die Empfehlungen für den Anteil des Fettes an der Energiezufuhr sprechen sich weitgehend einheitlich für eine Begrenzung auf maximal 30 Prozent sowie eine Reduzierung der gesättigten Fettsäuren in der Kost aus. Lautete die Empfehlung für die Fettsäurezufuhr bisher, je ein Drittel gesättigte, einfach ungesättigte sowie mehrfach ungesättigte Fettsäuren aufzunehmen, so sprechen sich heute bereits zahlreiche Experten dafür aus, den Anteil der einfach ungesättigten Fettsäuren gleichermaßen zu Lasten der gesättigten und der mehrfach ungesättigten Fettsäuren zu erhöhen.
Unsere Empfehlung
Verzichten Sie bei Ihrer Ernährung weitgehend auf tierische Fette, d.h.: kein Fleisch, keine Wurst, keine gute Butter, nur wenig Milch und wenig Käse. Vermeiden Sie Nahrungsmittel, die Industriefette oder raffinierte Fette enthalten, wie z.B. Brotaufstriche. Vermeiden Sie Süßigkeiten.
Essen Sie darfür viel Fisch, mindestens viermal pro Woche, viel Gemüse und Obst, lieber dunkles
statt helles Brot.
Verwenden Sie reichlich Olivenöl, z.B. mit einem hohen Gehalt an Omega-9-Fettsäure (Ölsäure) und deshalb einem sehr niedrigen Gehalt an gesättigten Fettsäuren (Palmitinsäure), um Ihren Cholesterinwert zu senken, und die LDL-Oxydation zu reduzieren.
Schauen Sie auf unsere Rezeptseite. Hier erhalten Sie wertvolle Hinweise.
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Olivenöl wird empfohlen von der FDA
Wie die Kontroll- und Zulassungsbehörde fĂŒr Lebens- und
Arzneimittel der USA, die Food and Drug Administration
(FDA), in einer Mitteilung vom 1. November 2004 bekannt
gab, wirken die einfach ungesĂ€ttigte ĂlsĂ€ure des Olivenöls
vorbeugend gegen Herz-Kreislauferkrankungen.
Die FDA verleiht aus diesem Grund Olivenöl den Status
eines gesundheitsfördernden Lebensmittels.
Die FDA erlaubt jetzt die Kennzeichnung von Nahrungs-
mitteln mit folgender Aufschrift:
"Limited and not conclusive scientific evidence suggests
that eating about 2 tablespoons (23 grams) of olive oil
daily may reduce the risk of coronary heart disease
due to the monounsaturated fat in olive oil.
To achieve this possible benefit, olive oil is to replace
a similar amount of saturated fat and not increase
the total number of calories you eat in a day.
One serving of this product [Name of food]
contains [x] grams of olive oil."
Nach Àhnlicher Kennzeichnung auf Nahrungsmittel
fĂŒr Walnuss- und Fischölprodukte im MĂ€rz und September
letzten Jahres folgt jetzt mit der Kennzeichnung fĂŒr
Olivenöl die dritte Kampagne zur GesundheitsaufklÀrung
der amerikanischen Bevölkerung auf Nahrungsmittel-
verpackungen.
Die von der FDA tÀglich empfohlene Mindestmenge von
23 Gramm Olivenöl entspricht somit einem
Pro-Kopf-Verbrauch von 9 Litern pro Jahr -
fĂŒr einen 4-Personen-Haushalt eine Menge, die mit
unserem Abo der Kategorie III und fĂŒr
fĂŒnf Personen mit der Kategorie IV erreicht wird.
Die 23 Gramm Olivenöl sollen die gesÀttigten FettsÀuren
anderer Nahrungsmittel wie Butter oder Wurst ersetzen,
so dass der tÀgliche Gesamtverbrauch an Kalorien
nicht zunimmt.
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Wissenschaftliche Grundlage fĂŒr Olivenöl, einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren, Antioxidantien und LDL-Oxidation
Autoren:Eurosciences Communication in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Arterioskleroseforschung an der UniversitĂ€t MĂŒnster
EinfĂŒhrung
Low-Density-Lipoproteine (LDL) sind der HaupttrĂ€ger fĂŒr Cholesterin im Blutplasma. Es gilt inzwischen als unbestritten, daĂ ein ursĂ€chlicher Zusammenhang zwischen erhöhten LDL-Cholesterinwerten und Arteriosklerose sowie der Entwicklung der koronaren Herzkrankheit (KHK) besteht. Zunehmend sprechen Erkenntnisse dafĂŒr, daĂ LDL in seinem "ursprĂŒnglichen" Zustand eigentlich nicht schĂ€dlich ist. Wird es aber chemisch durch Oxidationsreaktionen verĂ€ndert, kann es in der Arterienwand abgelagert werden, und einer Arteriosklerose ist der Weg bereitet. Die Empfindlichkeit der LDL-Partikel gegenĂŒber einer Oxidation wird sowohl durch körpereigene (endogene) als auch durch externe (exogene) Faktoren bestimmt. Als exogener Faktor ist insbesondere die ErnĂ€hrung zu nennen, und dabei kommt den unterschiedlichen NahrungsfettsĂ€uren sowie den antioxidativen Vitaminen eine entscheidende Bedeutung zu. Diese Zusammenfassung befaĂt sich schwerpunktmĂ€Ăig mit den Mechanismen der LDL-Oxidation und der Bedeutung, welche der ErnĂ€hrung als wirksame Prophylaxe zukommt.
LDL-Oxidation (in der Atherogenese)
LDL transportieren den gröĂten Teil des im Blut zirkulierenden Cholesterins. Es handelt sich dabei um kugelförmige Fett-EiweiĂ-Partikel, die auĂen aus einer HĂŒlle von Apolipoprotein B (Apo B) und Phospholipiden bestehen. Der Kern besteht aus Triglyceriden und Cholesterolestern. Ein LDL-Partikel enthĂ€lt etwa 3.600 FettsĂ€uremolekĂŒle, davon besteht ca. die HĂ€lfte aus mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (PUFA). LDL enthalten auĂerdem Antioxidantien, wobei insbesondere das a -Tocopherol (Vitamin E) bedeutsam ist.Â
Die LDL-Oxidation ist eine Lipidperoxidation, d.h. eine Kettenreaktion, die durch freie Radikale, darunter versteht man reaktive Sauerstofformen, ausgelöst wird. Mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren neigen sehr stark zur Lipidperoxidation. Im Verlauf der Peroxidation entsteht eine Vielzahl von Abbauprodukten, welche sich mit dem LDL-Apo B verbinden. In vitro kann eine LDL-Oxidation herbeigefĂŒhrt werden, indem es einem Kontakt mit glatten Muskelzellen, Endothelzellen, Makrophagen (Zellen, die aus den Blutzellen Monozyten durch deren Einwanderung in die Arterienwand entstehen) oder Metallionen (z.B. Kupfer oder Eisen) ausgesetzt wird. Die LDL-Oxidation in vivo ist noch kaum erforscht. Im Plasma sind die LDL vermutlich durch die dort vorhandenen Antioxidantien, beispielsweise AscorbinsĂ€ure (Vitamin C) vor einer Oxidation geschĂŒtzt. Es ist daher wahrscheinlich, daĂ die LDL-Oxidation eher in der Arterienwand als im strömenden Blut stattfindet. Vermutlich findet auch eine Oxidation in der Arterienwand nur statt, wenn die LDL-Partikel keine eigenen Antioxidantien mehr enthalten. Ein hoher Vitamin E-Gehalt in den LDL bietet beispielsweise einen wirksamen Schutz vor oxidativen VerĂ€nderungen, und eine Peroxidation setzt erst ein, wenn das a -Tocopherol in den LDL verbraucht ist.
LDL-Oxidation und Arteriosklerose
Ein wesentlicher Schritt bei der Entstehung einer Arteriosklerose besteht in einer LDL-Infiltration in die Arterienwand. Die LDL gelangen in die Intima, wo es zu oxidativen VerĂ€nderungen der Partikel kommen kann. Diese oxidativen Modifikationen fĂŒhren zu einer unkontrollierten Aufnahme von LDL durch Makrophagen. Die Makrophagen wiederum werden als Folge der dadurch entstehenden massiven Lipidakkumulation in der Zelle in sog. Schaumzellen umgewandelt. Die AnhĂ€ufung von Schaumzellen in der Intima fĂŒhrt ihrerseits zur Bildung von "Fettstreifen". Zwar behindern diese den BlutdurchfluĂ in der Arterie noch nicht nennenswert, sie verwandeln sich aber sukzessive in einem der Narbenbildung Ă€hnlichen Prozess in sog. fibröse Plaques, welche zu immer gröĂeren arteriosklerotischen LĂ€sionen werden, die dann zu klinischen Komplikationen fĂŒhren können.
Olivenöl und LDL-Oxidation
NahrungsfettsĂ€uren können sich ĂŒber verschiedene Mechanismen auf die LDL-Oxidation auswirken. ZunĂ€chst beeinflussen Menge und Zusammensetzung des Nahrungsfettes die Menge der in der Arterienwand vorhandenen LDL. Werden die durch die Nahrung aufgenommenen gesĂ€ttigten FettsĂ€uren (SAFA) durch einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren (MUFA) oder mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren (PUFA) ersetzt, sinkt der Gehalt an LDL im Plasma. Dadurch ist weniger LDL vorhanden, welches in die Arterienwand aufgenommen und oxidativ verĂ€ndert werden könnte. Auch die FettsĂ€urezusammensetzung der LDL-Partikel, und damit ihre Oxidationsempfindlichkeit, ist abhĂ€ngig von der Art der Nahrungsfette. Wegen seines hohen Gehaltes an chemisch im Vergleich zu PUFA stabileren MUFA kann der Verzehr von Olivenöl vermutlich einen gewissen Schutz vor einer LDL-Oxidation bieten, welcher durch den hohen Gehalt an Antioxidantien in Olivenöl (Vitamin E und phenolische Verbindungen) noch erhöht wird (s.nachfolgende Kapitel).
Auswirkungen von NahrungsfettsÀuren auf die LDL-Oxidation
Die Bedeutung von MUFA und PUFA im Hinblick auf die Oxidationsempfindlichkeit von LDL ist in verschiedenen Studien untersucht worden. ZunĂ€chst zeigte sich in tierexperimentellen Untersuchungen, daà ölsĂ€urereiche LDL-Partikel, die nach FĂŒtterung mit ĂlsĂ€ure (die einfach ungesĂ€ttigte ĂlsĂ€ure ist die HauptfettsĂ€ure in Olivenöl) gebildet wurden, erstaunlich restistent gegenĂŒber oxidativen VerĂ€nderungen waren. ErnĂ€hrungsstudien bei Menschen konnten diese Befunde bestĂ€tigen. Sie haben gezeigt, daĂ der Gehalt der LDL an LinolsĂ€ure (die wichtigste PUFA aus der Nahrung, die in den meisten Pflanzenölen vorherrscht) eng mit dem Grad und dem AusmaĂ der LDL-Oxidation zusammenhĂ€ngt. Eine PUFA-reiche ErnĂ€hrung, die eine PUFA-Anreicherung der LDL bewirkte, fĂŒhrte zur einer gesteigerten LDL-Oxidation im Vergleich zu einer MUFA-reichen ErnĂ€hrung und damit MUFA-reichen LDL-Partikeln.
In weiteren Studien wurde untersucht, ob die erhöhte Resistenz der MUFA-reichen LDL-Partikel gegenĂŒber einer Oxidation lediglich durch die Reduzierung des PUFA-Gehaltes bedingt ist, ober ob MUFA eine aktive oxidationshemmende Wirkung ausĂŒben. Wenngleich diese Frage bisher nicht eindeutig geklĂ€rt ist, so sprechen die vorliegenden Befunde dafĂŒr, daĂ MUFA sowohl durch eigene quasi antioxidative Eigenschaften als auch durch eine Reduzierung des PUFA-Gehaltes der LDL-Partikel diese vor oxidativen VerĂ€nderungen schĂŒtzen.
NahrungsfettsÀuren und zellulÀre pro-oxidative VorgÀnge
Studien haben gezeigt, daĂ eine Erhöhung der Zufuhr verschiedener FettsĂ€uretypen (MUFA, PUFA) auch die FettsĂ€urezusammensetzung der Monozyten-Membranen verĂ€ndert und daĂ dieses wiederum auch die Produktion freier Radikale in Monozyten und Makrophagen beeinfluĂt. In einer Untersuchung wurden die Auswirkungen einer ErnĂ€hrung mit MUFA oder PUFA vom Typ n-3 (in Fischölen) oder n-6 (in Pflanzenölen) auf die Bildung des freien Radikals Superoxid-Anion in Monozyten und Makrophagen verglichen. Lediglich durch die n-3 FettsĂ€uren konnte die Produktion freier Radikale vermindert werden, wĂ€hrend die Monozyten nach der MUFA-reichen Kost keine VerĂ€nderungen und nach n-6-PUFA-Kost sogar einen Anstieg zeigten. Die zugrundeliegenden Mechanismen sind bisher nicht bekannt, und die Ergebnisse konnten in anderen Studien nicht bestĂ€tigt werden. Weitere Forschung ist notwendig, um die Bedeutung der verschiedenen NahrungsfettsĂ€uren auf zellulĂ€re pro-oxidative VorgĂ€nge zu klĂ€ren. Jedoch gibt es deutliche Hinweise darauf, daĂ auch andere MUFA-reiche Zellen (im direkten Vergleich mit n-6-PUFA) weniger anfĂ€llig gegenĂŒber oxidativen EinflĂŒssen sind. Dies ist vermutlich zumindest teilweise auf die verĂ€nderte Zusammensetzung der Zellmembran zurĂŒckzufĂŒhren.
Antioxidative Bestandteile des Olivenöls
Oxidative EinflĂŒsse und dadurch bedingte SchĂ€den spielen vermutlich bei der Entstehung verschiedener chronischer Erkrankungen, wie KHK und Krebserkrankungen, eine wichtige Rolle. Die Hypothese, daĂ alimentĂ€re Antioxidantien, so wie sie auch in Olivenöl vorhanden sind, vor einer LDL-Oxidation schĂŒtzen könnten, hat zu zahlreichen epidemiologischen und Interventionsstudien gefĂŒhrt.
Vitamin E (a -Tocopherol)
Epidemiologische Studien haben dokumentiert, daĂ das KHK-Risiko durch die Zufuhr hoher Vitamin E-Dosen (> 100 mg/Tag) ĂŒber einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren deutlich verringert werden konnte (31-65 %). Sowohl in Kurzzeitstudien als auch bei niedrigeren Dosen konnte keine Risikoverminderung nachgewiesen werden. Dies gilt ebenso fĂŒr die Mehrzahl der randomisierten Interventionsstudien mit Vitamin E Supplementierung. EinschrĂ€nkend ist jedoch zu erwĂ€hnen, daĂ bei diesen Studien das Studiendesign nicht zur Bestimmung kardiovaskulĂ€rer Endpunkte angelegt war, die Behandlungsdauer zu kurz oder die eingesetzten Dosen zu niedrig waren. Derzeit sind verschiedene groĂangelegte Studien im Gange, die eine KlĂ€rung der Frage nach einer KHK-Risikoverminderung durch Vitamin E-Supplementierung bringen sollen. Bis heute ist lediglich die Cambridge Heart Antioxidant Study (CHAOS) abgeschlossen. Diese randomisierte, placebo-kontrollierte Studie, die mit 2.000 KHK-Patienten durchgefĂŒhrt wurde, hat ergeben, daĂ durch eine hochdosierte Vitamin E-Supplementierung zwar die Inzidenz nicht-tödlicher HerzanfĂ€lle gesenkt werden konnte, daĂ aber keine Auswirkung auf die kardiovaskulĂ€re und Gesamt-MortalitĂ€t erreicht wurde.
An den bisher durchgefĂŒhrten Interventionsstudien wird zuweilen kritisiert, daĂ eine nur wenige Jahre durchgefĂŒhrte Behandlung mit Antioxidantien unzureichend sei, um protektive Wirkungen von Antioxidantien nachzuweisen, und daĂ eine Supplementierung ĂŒber 20 oder mehr Jahre notwendig sei, um klinisch meĂbare Schutzeffekte zu erzielen.
In einer Reihe experimenteller bzw. kontrollierter Studien wurden auch die Auswirkungen einer Vitamin E-Supplementierung auf die LDL-Oxidation untersucht. Die Vitamin E-Gabe bewirkte sowohl einen höheren a -Tocopherol-Gehalt im Plasma als auch in den LDL-Partikeln. AuĂerdem zeigten die LDL in vitro eine gesteigerte Oxidations-Resistenz, verglichen mit den Ausgangswerten. Das AusmaĂ der Resistenzsteigerung zeigte eine enge AbhĂ€ngigkeit von der Höhe der verabreichten Dosis. Wenn man nicht supplementierte Personen verglich, so zeigte sich bei denen, die einen natĂŒrlicherweise höheren Vitamin E-Gehalt im Plasma hatten, eine gesteigerte Resistenz gegenĂŒber einer Oxidation der LDL im Vergleich zu Personen mit niedrigerem Vitamin E-Spiegel.
Phenolische Verbindungen
Neben Vitamin E enthĂ€lt Olivenöl eine Vielzahl weiterer Mikroinhaltsstoffe, die fĂŒr seinen einzigartigen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. Unter diesen Bestandteilen (die etwa 2-3 % des unraffinierten Ălivenöls ausmachen) finden sich insbesondere phenolische Verbindungen wie PhenolsĂ€uren und Polyphenole (zu denen die Flavonoide zĂ€hlen), die auch in anderen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen, und die als Farb-, Geruchs- oder Geschmackstoffe wirken. Bedingt durch ihre besondere chemische Struktur sind sie aber auch als Antioxdantien wirksam, fangen freie Radikale ab und schĂŒtzen so vor Lipidperoxidation. AuĂerdem haben sie entzĂŒndungshemmende und antihaemorrhagische Eigenschaften. Kardioprotektive Wirkungen von Flavonoiden konnten in der Sieben-LĂ€nder-Studie und in der Zutphen-Elderly-Studie nachgewiesen werden. In beiden korrelierte die Flavonoidzufuhr unabhĂ€ngig und invers mit der KHK-MortalitĂ€t. Zur BestĂ€tigung der kardioprotektiven Wirkungen der Flavonoide sind jedoch weitere Studien erforderlich.
Zusammenfassung und SchluĂfolgerung
Zahlreiche Nachweise sprechen ĂŒberzeugend dafĂŒr, daĂ oxidative VerĂ€nderung der LDL eine wichtige Rolle bei der Atherogenese spielen. Die LDL-Oxidation beginnt mit einer Peroxidation von PUFA, die sich in den LDL befinden. Die FettsĂ€urezusammensetzung der LDL-Partikel trĂ€gt somit entscheidend zur LDL-Oxidation bei. Die LDL-FettsĂ€urezusammensetzung (und damit auch die Oxidationsempfindlichkeit der LDL) wird beeinfluĂt durch die NahrungsfettsĂ€uren. Nach einer MUFA-reichen Kost sind die LDL-Partikel widerstandfĂ€higer gegenĂŒber oxidativen Modifikationen als nach PUFA-reicher Kost. DarĂŒber hinaus ist vermutlich auch die FettsĂ€urezusammensetzung von Zellmembranen ernĂ€hrungsabhĂ€ngig, und eine MUFA-reiche ErnĂ€hrung fĂŒhrt zu einem höheren MUFA-Gehalt in den Zellmembranen und damit zu einer höheren zellulĂ€ren WiderstandsfĂ€higkeit gegenĂŒber oxidativen EinflĂŒssen.Â
AlimentĂ€re Antioxidantien wie Vitamin E und C, Flavonoide u.a. bieten gleichfalls einen wirksamen Schutz vor oxidativen Angriffen. JĂŒngste Untersuchungen haben gezeigt, daĂ nicht nur a -Tocopherol, sondern auch phenolische Verbindungen die LDL-Oxidation hemmen und das Arterioskleroserisiko vermindern. Weitere Forschungen sind jedoch notwendig, um die genauen Wirkmechanismen der Polyphenole auch in vivo zu klĂ€ren.
Bisher wurden als hauptsĂ€chliche gesundheitliche VorzĂŒge der mediterranen Kost ihr geringer Gehalt an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren, ihr hoher MUFA-Gehalt sowie die reichliche Zufuhr komplexer Kohlenhydrate und Ballaststoffe erachtet. Die diskutierten aktuellen Forschungsergebnisse sprechen jedoch ĂŒberzeugend dafĂŒr, daĂ weitere in der mediterranen ErnĂ€hrung reichlich enthaltene Inhaltsstoffe, nĂ€mlich Antioxidantien, die aus Obst, GemĂŒse, aber auch aus Olivenöl stammen, zu ihrer protektiven Wirkung bei kardiovaskulĂ€ren, Tumor- und anderen chronischen Erkrankungen beitragen. Die fĂŒr die mediterrane Kost typische, durch den Olivenölkonsum bedingte hohe Zufuhr von MUFA verbindet die Vorteile einer Senkung von Gesamt- bzw. LDL-Cholesterinkonzentration und einer verminderten OxidationsanfĂ€lligkeit der LDL-Partikel.
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Wirkungen von Olivenöl auf den Lipidmetabolismus
Autoren:
Eurosciences Communication in Zusammenarbeit mit dem
Institut fĂŒr Arterioskleroseforschung an der UniversitĂ€t MĂŒnster
DyslipidÀmie als kardiovaskulÀrer Risikofaktor
Erhöhte Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinwerte (low-density lipoprotein) im Blut sind wichtige Risikofaktoren fĂŒr die Entwicklung der koronaren Herzkrankheit (KHK); das belegen zahlreiche Studien wie die Sieben-LĂ€nder-Studie, die Framingham-Studie oder die PROCAM-Studie (1-4). Dies gilt auch fĂŒr sehr junge Menschen: Wie kĂŒrzlich berichtet wurde, geht bei ihnen die Entwicklung frĂŒher arteriosklerotischer LĂ€sionen mit hohen Werten von VLDL- (very-low-density lipoprotein), IDL- (intermediate-density lipoprotein) und LDL-Cholesterin einher (5). In einer Analyse von drei groĂen U.S.-Kohortenstudien, an denen ĂŒber 80.000 MĂ€nner zwischen 18 und 39 Jahren teilnahmen, konnte festgestellt werden, dass Teilnehmer mit gĂŒnstigen Cholesterinwerten eine geschĂ€tzte höhere Lebenserwartung von 3,8 bis 8,7 Jahren hatten (6). DarĂŒber hinaus wird immer wieder ĂŒbereinstimmend berichtet, dass vermindertes Gesamt- und LDL-Cholesterin das Risiko koronarer Ereignisse im Rahmen der PrimĂ€rprĂ€vention (7;8) und der SekundĂ€rprĂ€vention (9-11) verringert. Eine aktuelle Analyse von fĂŒnf groĂen Kohortenstudien zeigt: Personen, die niedrige Cholesterinwerte, einen niedrigen oder normalen Blutdruck aufweisen und auĂerdem nicht rauchen, haben ein sehr geringes KHK-Risiko und eine um 5,8 bis 9,5 Jahre höhere Lebenserwartung, im Vergleich zur ĂŒbrigen Bevölkerung (12).
In vielen epidemiologischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Serumkonzentration des HDL-Cholesterins invers mit dem KHK-Risiko assoziert ist, was die anit-atherogenen Eigenschaften des HDL unterstreicht (Ăbersicht bei (13-15)).
Neben erhöhtem LDL- und niedrigem HDL-Cholesterin ist die Erhöhung der Triglyceride im Serum eine weitere hĂ€ufige Störung des Lipidmetabolismus. Lange Zeit war unklar, ob erhöhte Triglyceride ein unabhĂ€ngiger Risikofaktor fĂŒr KHK sind. Eine jĂŒngst durchgefĂŒhrte Metaanalyse aller verfĂŒgbaren epidemiologischen Daten zeigt: Der Anstieg der Triglyceride im Blut steigert auch das Risiko, an KHK zu erkranken, selbst unter BerĂŒcksichtigung aller ĂŒbrigen bekannten Risikofaktoren (16;17). Es wurde ermittelt, dass jeder Anstieg der Triglyceride im Blut um 1 mmol/l (89 mg/dl) das kardiovaskulĂ€re Risiko bei MĂ€nnern um 31 Prozent und bei Frauen um 76 Prozent erhöht.
Richtlinien fĂŒr die Behandlung der DyslipidĂ€mie
Das Expertengremium des "National Cholesterol Education Program" (USA) empfiehlt, die IntensitĂ€t einer risikoreduzierenden Therapie dem Gesamtrisiko einer Person anzupassen (18). Das heiĂt, die Konzentration von LDL-Cholesterin sollte verringert werden auf:
- unter 160 mg/dl bei Vorliegen von keinem oder einem Risikofaktor (Rauchen, Bluthochdruck, niedriges HDL-Cholesterin, KHK in der Familienanamnese),
- unter 130 mg/dl bei zwei oder mehr Risikofaktoren und
- unter 100 mg/dl bei KHK-Patienten und anderen Hochrisikopatienten (z. B. Diabetikern).
Einfluss von Nahrungsfetten auf die Konzentration der Serumlipide
Jahrzehntelange Forschungsarbeiten haben ĂŒberzeugend nachgewiesen, dass die ErnĂ€hrung einen starken Einfluss auf den Gehalt an Lipiden und Lipoproteinen im Blut hat. Damit ist die ErnĂ€hrung sowohl fĂŒr die PrĂ€vention als auch fĂŒr die Behandlung von DyslipidĂ€mie und KHK ein entscheidender Faktor.
Lange Zeit wurde den einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (MUFAs) keine groĂe Aufmerksamkeit geschenkt. Inzwischen jedoch gibt es zahlreiche Erkenntnisse, die zeigen, dass MUFAs durchaus Vorteile gegenĂŒber Kohlenhydraten und mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (PUFAs) als Ersatz fĂŒr gesĂ€ttigte FettsĂ€uren (SAFAs) der Kost westlicher Industrienationen haben könnten.
Die wichtigste MUFA in der ErnĂ€hrung ist die ĂlsĂ€ure (C18:1, n-9). ĂlsĂ€ure ist die in Olivenöl vorherrschende FettsĂ€ure. Aufgrund der ĂŒberzeugenden Befunde, dass eine sogenannte mediterrane ErnĂ€hrung, die reich an Ălivenöl ist, mit einem sehr niedrigen Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen (19) einhergeht, hat sich die wissenschaftliche Aufmerksamkeit in den letzten Jahren auf diese FettsĂ€ureklasse konzentriert. Im Mittelmeerraum liefern MUFAs gewöhnlich mehr als 15 Prozent der Energie und stammen ĂŒberwiegend aus Olivenöl.
Verglichen mit SAFAs, vermindern MUFAs das Gesamt- und das LDL-Cholesterin im Blut, wĂ€hrend die HDL-Konzentration kaum beeinflusst wird (Ăbersicht bei (20-22)). Deshalb ist das LDL/HDL-VerhĂ€ltnis bei einer ErnĂ€hrung mit hohem Gehalt an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren niedriger als bei einer ErnĂ€hrung mit hohem Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren.
Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass der positive Effekt einfach ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren auf Blutfette nicht so ausgeprĂ€gt ist wie der mehrfach ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren; denn ein Ersatz gesĂ€ttigter FettsĂ€uren in der Nahrung durch PUFAs fĂŒhrt zu einer deutlicheren Abnahme der LDL-Cholesterinkonzentration als der Ersatz gesĂ€ttigter durch MUFAs. Mittlerweile belegen aber zahlreiche Studien, dass mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren als Ersatz fĂŒr die gesĂ€ttigten nicht nur das LDL-Cholesterin senken, sondern auch das HDL-Cholesterin. MUFAs hingegen haben den HDL-senkenden Effekt nicht in solchem AusmaĂ. Daher ist die Gesamtwirkung der mehrfach ungesĂ€ttigten und der einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren auf die LDL/HDL-Ratio in der Gesamtwirkung Ă€hnlich (21): Beide haben im Vergleich zu gesĂ€ttigten (Nahrungs-)FettsĂ€uren gĂŒnstige Effekte auf das Serumlipidprofil.
Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse haben die aktuellen ErnĂ€hrungsempfehlungen stark beeinflusst. AuffĂ€lligste Gemeinsamkeit aller Richtlinien ist der klare Hinweis, den Verzehr gesĂ€ttigter FettsĂ€uren auf 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr zu beschrĂ€nken (18;23;24). DarĂŒber hinaus empfehlen die Richtlinien eine Begrenzung der Zufuhr an mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren ebenfalls auf 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr, vor allem, weil durch sie - wie wiederholt nachgewiesen - die AnfĂ€lligkeit einiger Lipidfraktionen des Körpers fĂŒr oxidative Prozesse erhöht wird (vgl. dazu die Hintergrundinformation 4 "Olivenöl, einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren, Antioxidantien und LDL-Oxidation").
Deshalb wird in den aktuellen ErnĂ€hrungsrichtlinien empfohlen, gesĂ€ttigte FettsĂ€uren entweder durch Kohlenhydrate oder durch einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren zu ersetzen. Eine neuere Studie vergleicht, wie sich eine fettarme, kohlenhydratreiche ErnĂ€hrung und drei ErnĂ€hrungsformen mit hohem Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren auf die Blutfette auswirken (25). Im Unterschied zur durchschnittlichen amerikanischen ErnĂ€hrungsweise hatten sowohl die fettarme ErnĂ€hrung als auch die ErnĂ€hrungsformen mit einem hohen Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren Ă€hnliche positive Effekte auf das LDL-Cholesterin. Die Triglyceride allerdings sanken nur bei der ErnĂ€hrung mit einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren, wĂ€hrend sie bei der fettarmen ErnĂ€hrung anstiegen. Zudem beeinflusste die ErnĂ€hrung mit hohem Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren das HDL-Cholesterin nicht, bei der fettarmen ErnĂ€hrungsweise jedoch sank es um 4 Prozent. Die ErnĂ€hrung mit vielen einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren hatte also insgesamt gĂŒnstigere Effekte auf das Serum-lipidprofil im Blut. Bei einer der drei ErnĂ€hrungsformen mit hohem Gehalt an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren wurde vorzugsweise Olivenöl verzehrt, und diese ErnĂ€hrungsform war die GĂŒnstigste bezĂŒglich des Gesamtrisikoprofils. Das geschĂ€tzte Risiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Erkrankungen konnte durch die olivenölreiche ErnĂ€hrung um 25 Prozent gesenkt werden, durch die fettarme ErnĂ€hrung nur um 12 Prozent. "Wegen der gĂŒnstigeren Effekte auf das Risikoprofil bei kardiovaskulĂ€ren Erkrankungen", so fassen die Autoren zusammen, "kann eine ErnĂ€hrungsform, die reich an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren und Cholesterin senkend ist, einer fettarmen Er-nĂ€hrung vorzuziehen sein."
Das Expertengremium des "National Cholesterol Education Program" (USA) bezieht die neuen Erkenntnisse in seine Richtlinien ein. Neben VerĂ€nderungen der Lebensweise wie z. B. Nikotinverzicht und maĂvoller körperlicher BetĂ€tigung empfiehlt das Gremium eine ErnĂ€hrung mit folgenden Kriterien:
* dem Energieverbrauch angepasste Kalorienzufuhr, um ein wĂŒnschenswertes Körpergewicht halten zu können,
* Nahrungsmittel mit hohem Anteil an komplexen Kohlenhydraten (insbesondere Vollkornprodukte),
* reichlich Obst, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte,
* niedriger Anteil an gesÀttigten FettsÀuren,
* Gesamtfettzufuhr von 25 bis 35 Prozent der Gesamtenergiezufuhr mit hohem Anteil an einfach ungesÀttigten FettsÀuren (bis zu 20 Prozent der Gesamtenergiezufuhr).
Zusammengefasst sprechen wissenschaftliche Befunde dafĂŒr, dass generell eine mediterrane ErnĂ€hrung mit wenig gesĂ€ttigten FettsĂ€uren und hohem Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren, mit Olivenöl als Hauptfettquelle, die gĂŒnstigsten Auswirkungen auf das Blutfettprofil und kardiovaskulĂ€re Risiko hat, was sowohl fĂŒr die PrimĂ€r- als auch SekundĂ€rprĂ€vention der KHK von Vorteil ist.
Literatur
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23. Assmann, G., Carmena, R., Cullen, P., Fruchart, J. C., Lewis, B., Mancini, M., Olsson, A., Pometta, D., Tikkanen, M., and for the International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease. Coronary heart disease: reducing the risk. The scientific background for the primary and secondary prevention of coronary heart disease. A worldwide view. Nutr. Metabol. Cardiovasc. 1998;Dis. 8,205-271.
24. Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Ăsterreichische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Schweizerische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung, and Schweizerische Vereinigung fĂŒr ErnĂ€hrung. Referenzwerte fĂŒr die NĂ€hrstoffzufuhr. 1. Auflage. 2000. Frankfurt am Main, Umschau/Braus. Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Ăsterreichische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung, Schweizerische Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrungsforschung und Schweizerische Vereinigung fĂŒr ErnĂ€hrung.
25. Kris-Etherton PM, Pearson TA, Wan Y et al. High-monounsaturated fatty acid diets lower both plasma cholesterol and triacylglycerol concentrations. Am. J. Clin. Nutr. 1999;70:1009-15.
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Internationales Konsensus Statement 2000
NAHRUNGSFETT, MEDITERRANE ERNÄHRUNG UND LEBENSLANGE GESUNDHEIT
Internationale Konferenz über mediterrane Ernährungsweise 2000
Royal College of Physicians · London, VK · 13. - 14. Januar 2000:
Wissenschaftlicher Austausch
Frank Sacks, Harvard School of Public Health, Co-Chairman
Gerd Assmann, International Task Force for Prevention of Coronary Heart Disease, Co-Chairman
K. Dun Gifford, Oldways Preservation & Exchange Trust, Sekretariat und Facilitator
Zusammenfassendes Statement
Nahrungsfett, mediterrane Ernährung
und lebenslange Gesundheit
Es liegen zunehmend mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über die gesundheits fördernde Wirkung von Ernährungsweisen vor, die reich an Obst, Gemüse, Hülsen-früchten und Vollkorngetreide sind sowie Fisch, Nüsse und fettarme Milchprodukte enthalten. Bei diesen Kostformen ist eine Beschränkung des Gesamtfettes nicht erforderlich, sofern nicht zu viele Kalorien aufgenommen werden und vorwiegend pflanzliche Fette mit einem geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren und teilgehärteten Ölen verwendet werden. Die traditionelle mediterrane Ernährung, in der Olivenöl die Hauptfettquelle ist, ist hierfür ein Beispiel.
Hintergrund
Die traditionelle gesunde mediterrane Ernährungsweise
Der Ausdruck traditionelle "mediterrane Ernährung" hat eine spezielle Bedeutung. Er bezeichnet Ernährungsgewohnheiten, die Anfang der 60er Jahre in einigen Mittelmeergebieten, beispielsweise auf Kreta, in Teilen des übrigen Griechenlands und in Süditalien typisch waren.
Traditionelle mediterrane Ernährungsweise:
Merkmale in den 60er Jahren
Die mediterrane Ernährung der frühen 60er Jahre kann in groben Zügen wie folgt beschrieben werden:
* eine Fülle an pflanzlichen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Brot, andere Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüsse und Samen),
* wenig verarbeitete, regionale und saisonal frische Lebensmittel,
* frisches Obst als typische Nachspeise, gelegentlich mit süßem Nachtisch, der auch Zucker oder Honig enthält,
* Olivenöl als Hauptfettquelle,
* täglicher Verzehr geringer bis mäßiger Mengen an Milchprodukten (in erster Linie Käse und Joghurt),
* geringe bis mäßige Mengen an Fisch und Geflügel,
* bis zu vier Eiern pro Woche,
* geringe Mengen an rotem Fleisch sowie
* geringe bis mäßige Mengen Wein, der üblicherweise zu den Mahlzeiten getrunken wird.
Soweit sich dies bestimmen ließ, handelte es sich um eine Ernährungsweise mit einem geringen Gehalt an gesättigten Fettsäuren (7-8 Prozent der Energie oder weniger), mit einem Gesamtfettanteil, der je nach Region weniger als 25 Prozent bis mehr als 35 Prozent der Energieaufnahme ausmachte. Die vorliegenden Daten weisen auch darauf hin, dass der Lebensstil auf Grund der Feld- oder Küchenarbeit von regelmäßiger Bewegung geprägt war, so dass Übergewicht viel seltener vorkam als beispielsweise in den Vereinigten Staaten.
Traditionelle mediterrane Ernährung: Grundsätzliches
Die Auswahl des genannten Zeitraums und der geographischen Gebiete basieren auf folgenden Grundlagen:
1. Anfang der 60er Jahre war die Lebenserwartung für Erwachsene bei den
Populationen in mediterranen Gebieten eine der weltweit höchsten. Die Raten an koronaren Herzerkrankungen, bestimmten Krebsarten und einigen anderen ernährungsbedingten chronischen Erkrankungen war trotz der Mängel der Gesundheitsversorgung sogar die niedrigste weltweit.
2. Die Daten über verfügbare Lebensmittel und Nahrungszufuhr beschreiben
Ernährungsweisen mit vielen gemeinsamen Kennzeichen.
3. In zahlreichen, weltweit durchgeführten epidemiologischen Studien konnte ein
Zusammenhang zwischen einer Ernährungsweise, die viele dieser gemeinsamen Kennzeichen aufweist, und niedrigen Raten an chronischen Erkrankungen sowie einer hohen Lebenserwartung für Erwachsene nachgewiesen werden.
Es gibt zahlreiche, aber weniger gut beschriebene Variationen der mediterranen Ernährung in anderen Teilen Italiens und in Teilen Frankreichs, des Libanons, Marokkos, Portugals, Spaniens, Syriens, Tunesiens, der Türkei und in anderen Teilen des Mittelmeerraums. Die oben beschriebene Ernährungsweise ist eng verbunden mit den traditionellen Olivenanbaugebieten des Mittelmeerraums. Daher bezeichnet der Oberbegriff "mediterrane Ernährung" insbesondere die Ernährungsgewohnheiten, die Anfang der 60er Jahre in den Olivenanbaugebieten des Mittelmeerraums herrschten.
Ernährung nach mediterraner Art
Die mediterrane Ernährung ist eine jahrhundertealte Tradition, die zu einem ausgezeichneten Gesundheitszustand beiträgt, für Wohlbefinden und Essgenuss sorgt und einen lebendigen Bestandteil unseres Weltkulturerbes darstellt.
Für die Bewohner des Mittelmeerraums ist diese Art der Ernährung eine traditionelle Ernährungsweise, die problemlos im modernen Lebensstil beibehalten und neu belebt werden kann.
Für Amerikaner, Nord- und Osteuropäer und andere Bevölkerungen, die ihre Ernährung verbessern möchten, beschreibt die mediterrane Ernährung eine Kostform, die sowohl wegen ihrer geschmacklichen Vorzüge als auch ihrer gesundheitlichen Vorteile attraktiv ist, und die entweder unverändert übernommen oder zu einer "Ernährung nach mediterraner Art" abgewandelt werden kann.
Statement zu den Sachverhalten
Im Rahmen dieses wissenschaftlichen Austausches wurden die Beiträge über wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang Ernährung und Gesundheit aus zwei Blickwinkeln betrachtet:
A. Er stellte bei der Bewertung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse fest, dass die Beurteilungen zur Rolle der Nahrungsfette in einer gesundheitlichen Ernäh-rung sich verändert haben.
B. Weiterhin konzentrierte man sich auf die gesunden Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der traditionellen mediterranen Kost und die Überlegungen, wie diese zu modifizieren seien, um eine "Ernährung nach mediterraner Art" mit ihren vorteilhaften Auswirkungen auf die Gesundheit auch in Nicht-Mittelmeerländern zu erreichen.
Spezielle Themen
1. Herzerkrankungen
A. Zu den für die Verhütung von Atherosklerose wichtigen Ernährungsfaktoren gehören:
1. Beträchtliche Verringerung der Aufnahme gesättigter Fettsäuren.
2. Austausch von gesättigten Fettsäuren durch ungesättigte Fettsäuren, insbeson-dere einfach ungesättigte Fettsäuren.
3. Verzehr von Fisch.
4. Gesteigerter Verzehr von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Vollkorngetrei- deprodukten.
B. Zu den möglichen Mechanismen, durch die Ernährungsfaktoren das Risiko einer koronaren Herzerkrankung verringern, gehören:
1. Verbesserung des Serumlipidprofils (Verringerung der LDL-Cholesterin- und der Triglyceridwerte bei gleichzeitiger Erhöhung bzw. Beibehaltung des HDL-Cholesterinspiegels),
2. Verminderte Lipidoxidation,
3. Geringeres Atherothromboserisiko,
4. Verbesserung der Endothelfunktion,
5. Verbesserung der Insulinresistenz,
6. Verringerung der ventrikulären Reizbarkeit (Verringerung des Risikos des plötzlichen Herztodes),
7. Verringerung des Entzündungsrisikos; und
8. Verringerung des Plasmahomocysteinspiegels.
2. Diabetes
A. Der wichtigste Rat sollte lauten: "Gewichtskontrolle, Steigerung der körperlichen Aktivität und Verminderung sitzender Tätigkeiten."
B. Eine kohlenhydratreiche Ernährung auf der Grundlage von minimal verarbeiteten Getreideprodukten, Gemüse, Obst mit einem hohen Ballaststoffanteil, trägt zur Verbesserung des Blutzucker- und des Lipidprofils bei.
C. Dieselbe günstige Wirkung kann mit einer Ernährung erzielt werden, die pflanzliche Öle mit hohem Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren betont und die ebenfalls die oben genannten Nahrungsmittel enthält.
3. Übergewicht
A. Übergewicht ist primär auf eine unausgewogene Energiebilanz zurückzuführen.
B. Übergewicht erhöht das Risiko vieler Erkrankungen, u. von Diabetes, Herzerkrankungen, Hypertonie, Dyslipidämien und bestimmten Krebsarten.
C. Übergewicht stellt sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern ein weitverbreitetes und zunehmendes Gesundheitsproblem dar.
D. Zwar liegen nur begrenzte Daten aus Bevölkerungsstudien vor, aber es wurde kein enger Zusammenhang zwischen Nahrungsfett und Körperfett nachgewiesen.
E. Übergewicht kann durch das Gleichgewicht von Energieaufnahme und Energieverbrauch verhindert und kontrolliert werden, welches durch eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung erreicht werden kann.
F. Die mediterrane Ernährung kann, obgleich sie nicht besonders fettarm ist, zur Verhütung und Behandlung von Übergewicht beitragen, sofern die Kalorien-aufnahme begrenzt wird, auch weil sie sehr abwechslungsreich und schmackhaft ist.
4. Krebs
Es liegen stichhaltige und konsistente Erkenntnisse vor, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst und Vollkornprodukten das Krebsrisiko verringert. Im Hinblick auf Fett und fettreiche Produkte kann folgendes festgestellt werden:
A. Dickdarmkrebs
1. Wahrscheinlich ist die Gesamtfettaufnahme ohne Bedeutung.
2. Gesättigte Fettsäuren können möglicherweise das Risiko erhöhen.
3. Olivenöl und Fischöl senken möglicherweise das Risiko.
4. Phytosterine können das Risiko möglicherweise verringern.
5. Es herrscht Uneinigkeit über das Maß an Einflusses zwischen dem Konsum von rotem Fleisch und einem erhöhtem Risiko.
B. Brustkrebs
1. Bei einer Gesamtfettaufnahme von 20-40 Prozent der Energie besteht keine Beziehung.
2. Einfach ungesättigte Fette und Olivenöl verringern möglicherweise das Risiko.
C. Prostatakrebs
Es gibt Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und dem Prostatakrebsrisiko.
5. Alkohol
A. Wein ist in weiten Teilen des Mittelmeerraumes Bestandteil der traditionellen Ernährung und wird üblicherweise zu den Mahlzeiten getrunken. Geringer bis mäßiger Genuss von Wein und anderen alkoholischen Getränken verringert das Risiko einer koronaren Herzerkrankung und eines ischämischen Schlaganfalls um 30 Prozent oder mehr und geht zumeist einher mit einer Verringerung der Gesamtsterblichkeit.
B. Weniger Übereinstimmung besteht dahingehend, ob Wein zur Verhütung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen anderen alkoholischen Getränken gegenüber vorzuziehen ist. Weintrinker haben häufig auch noch andere gesunde Lebensgewohnheiten, die zu dem besseren Schutz vor Herzerkrankungen beitragen können. Andererseits handelt es sich bei den Phenolen und anderen nichtalkoholischen Substanzen im Wein nachweislich um wirkungsvolle Antioxidanzien, die viele potentiell wichtige gesundheitsfördernde Wirkungen haben.
C. Die positiven Wirkungen von Alkohol beziehen sich vor allem auf das Risiko chronischer Erkrankungen bei Menschen mittleren Alters und Senioren.
D. Bei allgemeinen Empfehlungen für die Öffentlichkeit im Hinblick auf den Konsum von jeglicher Art von alkoholischen Getränken müssen stets die schädigenden gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen eines übermäßigen oder ver-antwortungslosen Alkoholgenusses berücksichtigt werden. Alkoholmissbrauch erhöht das Risiko für viele Krebsarten, insbesondere für Tumore des oberen Atmungs- und Verdauungstraktes. In vielen Studien wurde außerdem schon bei kleinen Mengen Alkohol ein leichter Anstieg des Brustkrebsrisikos nachgewiesen. Menschen mit Alkoholproblemen, oder Personen, die an Leber- oder anderen Erkrankungen leiden, oder die aus religiösen, ethischen oder sonstigen Gründen keinen Alkohol trinken, ist vom Alkoholgenuss grundsätzlich abzuraten.
6. Antioxidanzien
A. Die mediterrane Kost enthält eine Vielzahl an Antioxidanzien: Vitamin E, Vitamin C, Karotinoide und verschiedene Polyphenolverbindungen. Diese Antioxidanzien kommen in Gemüse, Obst, Nüssen, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, nativem Olivenöl und Wein vor.
B. Diese Substanzen, die zumindest zum Teil resorbiert werden, sind möglicherweise von großer Bedeutung für die Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und vorzeitigem Altern.
7. Wechselbeziehungen zwischen Genen und Umwelt
1. Chronischen und degenerativen Erkrankungen wie koronaren Herzerkrankungen, Diabetes, Krebs, Hypertonie und Übergewicht liegt stets auch eine signifikante genetische Prädisposition zugrunde.
2. Das höhere genetische Risiko kann durch Umweltfaktoren, in erster Linie das Ernährungsverhalten, moduliert werden.
3. Zukünftige Erkenntnisse über diese genetischen Faktoren und ihre Wechsel-beziehung zu Umweltfaktoren wie Ernährung werden dazu beitragen, dass präzisere und individuellere Strategien zur Prävention und Therapie chronischer Erkrankungen entwickelt werden können.
Freigegeben vom Wissenschaftlichen Austausch am 15. Januar 2000
Von: K. Dun Gifford, Sekretariat und Facilitator
Unterzeichner des Wissenschaftlichen Konsensus-Statements 2000
Abhimanyu Garg, Assistenz-Professor, Texas Southwest Medical Center, Abteilung Innere Medizin (Dallas, Texas, USA)
Alberto Ascherio, M.D., Assistenz-Professor für Ernährung und Epidemiologie, Fachbereich Ernährung, Harvard School of Public Health (Boston, Massachusetts, USA)
Andrea Bonanome, M.D., Fachbereich Innere Medizin, Universität Padua (Castelfranco, Italien)
Antonia Trichopoulou, M.D., Assistenz-Professorin für Präventivmedizin und Ernährung, Medizinische Fakultät, Universität Athen, Leiterin, WHO Collaborating Center for Nutrition Education (Athen, Griechenland)
Atif Awad, Ph.D., Außerordentlicher Professor and Rektor, Ernährungsprogramm, State University of New York, Buffalo, (Buffalo, New York, USA)
Attillio Giacosa, Ph.D., Nationales Institut für Krebsforschung (Genua, Italien)
Bernard Jacotot, M.D., Chefarzt, Innere Medizin, Hopital Henri Mondor (Creteil, Frankreich)
Bernhard Watzl, Ph.D., Ernährungswissenschaftler, Institut für Ernährungsphysiologie, Bundesforschungsanstalt für Ernährung (Karlsruhe, Deutschland)
Bruno Berra, Professor, Institut für Allgemeine Physiologie und Biochemie, Universität Mailand (Mailand, Italien)
Elisabet Helsing, Dr. med. sci., Beraterin, Internationale Gesundheit, Nationaler Ausschuss für Gesundheit, Oslo, Norwegen; ehemalige regionale Beauftragte für Ernährung, Weltgesundheitsorganisation, Regionalstelle für Europa (Oslo, Norwegen)
Francisco Perez Jimenez, Dr. med., Director de la Unidad de Lípidos y Arteriosclerosis, Hospital Universitario Reina Sofia (Córdoba, Spanien)
François M. Booyse, Ph.D., Professor für Medizin und Zellbiologie, Universität Alabama in Birmingham (Birmingham, Alabama, USA)
Frank Hu, Assistenz-Professor, Harvard School of Public Health (Boston, Massachusetts, USA)
Frank Sacks, M.D., Außerordentlicher Professor für Ernährung, Harvard School of Public Health; Außerordentlicher Professor für Medizin, Harvard Medical School (Boston, Massachusetts, USA)
Gabriele Riccardi, Professor, Fachbereich Klinische und Experimentelle Medizin, Federico-II-Universität (Neapel, Italien)
Gerd Assmann, Dr. med., Universitätsprofessor und Vorsitzender, Institut für Arterioskleroseforschung, Universität Münster (Münster, Deutschland)
Giovanni Galli, Ph.D., Professor, Instituto di Scienze Farmacologiche, Universität Mailand (Mailand, Italien)
Hans Hauner, Dr. med., Professor, Diabetesforschungsinstitut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (Düsseldorf, Deutschland)
John Foreyt, Ph.D., Professor, Fachbereich Medizin, Baylor College of Medicine (Houston, Texas, USA)
Jorge Mancini Filho, Ordinarius, Stellvertretender Leiter der Fakultät für Pharmakologie, Universität São Paulo (São Paulo, Brasilien)
José María Ordovas, Ph.D., Professor für Ernährung, Leitender Wissenschaftler, Leiter, Molecular Biology Section Lipid Metabolism Laboratory JM-USDA-HNRCA, Tufts University (Boston, Massachusetts, USA)
Jukka T. Salonen, Professor, Forschungsinstitut für Volksgesundheit, Universität Kuopio (Kuopio, Finnland)
Kathy McManus, M.S., R.D., Direktorin, Abteilung Ernährung, Brigham and Women's Hospital (Boston, Massachusetts, USA)
Lawrence Kushi, Sc.D., Ella McCollum Vahlteich Professor für Humanernährung, Teachers College, Columbia University (New York, New York, USA)
María Emilia Mazzei, Ernährungswissenschaftlerin, NET (Buenos Aires, Argentinien)
Mario Mancini, M.D., Professor für Medizin and Direktor, Fachbereich Klinische und Experimentelle Medizin, Federico-II-Universität (Neapel, Italien)
Marion Nestle, Ph.D., MPH, Professorin und Chairperson, Fachbereich Ernährung und Ernährungswissenschaft, New York University (New York, New York, USA)
Michael J. Hill, Ph.D., FRCPath, Chairman, European Cancer Prevention Organization (Hants, Großbritannien)
Michel DeLorgeril, M.D., C.N.R.S., Universität Grenoble (Grenoble, Frankreich)
Pedro Mata, Ph.D., Assoziierter Chefarzt Innere Medizin, Lipidklinik, Hospital Fundación Jimenez Díaz (Madrid, Spanien)
Penny Kris-Etherton, Ph.D., Ausgezeichnete Professorin, Fachbereich Ernährung, Pennsylvania State University (University Park, Pennsylvania, USA)
R. Curtis Ellison, M.D., Chefarzt, Präventivmedizin und Epidemiologie, Professor für Medizin and Volksgesundheit, Boston University School of Medicine (Boston, Massachusetts, USA)
Rafael Carmena, M.D., Professor für Medizin, Universität Valencia; Chefarzt, Servicio de Endocrinología y Nutrición, Hospital Clínico Universitario (Valencia, Spanien)
Rodolfo Paoletti, Ph.D., Professor, Istituto di Scienze Farmacologiche, Universität Mailand, (Mailand, Italien)
Rosemary Stanton, Arzt für Volksgesundheit, B.Sc., C.Nut., Ernährungswissenschaftlerin, Medizinische Fakultät, Universität New South Wales, Dozentin, Autorin, Forscherin (New South Wales, Australien)
Serge Renaud, Professor, INSERM, Universität Bordeaux 2 (Bordeaux, Frankreich)
sJohn Yudkin, M.D., F.R.C.P., Professor für Medizin, University College London Medical School (London, Großbritannien)
Thorkild Sørensen, Dr. med. sci., Professor, Leiter, Institut für Präventivmedizin, Dänisches Wissenschaftszentrum für Epidemiologie (Kopenhagen, Dänemark)
Tom Sanders, Professor für Ernährung und Diätlehre, King's College London (London Großbritannien)
Ulrich Keil, Dr. med., Ph.D., Professor, Institutsdirektor, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin, Universität Münster (Münster, Deutschland)
Winai Dahlan, Stellvertretender Dekan für Akademische und Forschungsangelegenheiten, Faculty of Allied Health Science, Chulalongkorn Universität (Bangkok, Thailand)
Yousuke Seyama, Professor, Graduate School of Medicine, Universität Tokio (Tokio, Japan)
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Wissenschaftliche Grundlage fĂŒr die Wirkungen von Olivenöl auf kardiovaskulĂ€re Risikofaktoren und koronare Herzerkrankung
Autoren: Eurosciences Communication in Zusammenarbeit mit dem Institut fĂŒr Arterioskleroseforschung an der UniversitĂ€t MĂŒnster
Olivenöl und Risikofaktoren fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Hintergrund
Arteriosklerose und koronare Herzkrankheit (KHK) werden durch eine Kombination verschiedener Faktoren verursacht, von denen viele beeinflussbar sind. ErnÀhrungsfaktoren, insbesondere die Aufnahme von Nahrungsfetten stehen im direkten Zusammenhang mit der Entstehung von KHK.
Die ErnÀhrung in West- und Nordeuropa, die meist reich an gesÀttigten FettsÀuren(Saturated Fatty Acids = SFAs) ist, korreliert eng mit der hohen MorbiditÀt und MortalitÀt von KHK in diesen LÀndern. Im Gegensatz dazu gibt es in den mediterranen LÀndern, deren Bewohner sich traditionell landesspezifisch ernÀhren und die meisten Fettkalorien mit Olivenöl aufnehmen, nur eine geringe KHK-HÀufigkeit.
Mehr und mehr deuten die Forschungsergebnisse darauf hin, dass Olivenöl durch seine vorteilhaften Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel (Details siehe Hintergrundinformation"Olivenöl und die Auswirkungen auf den Fettmetabolismus"), Blutdruck, Diabetes und Blutgerinnung eine wichtige Rolle bei der PrÀvention von KHK spielt.
Olivenöl und Bluthochdruck
Wissenschaftliche Studien haben eine deutliche Beziehung zwischen der ErnĂ€hrungsweise und dem Blutdruck festgestellt. Vegetarier und Menschen, die sich nach mediterraner Art ernĂ€hren, nehmen zumeist vergleichsweise mehr Getreideprodukte, Obst, GemĂŒse und Olivenöl und weniger Nahrungsmittel, die gesĂ€ttigte FettsĂ€uren enthalten, wie beispielsweise Butter, Milchprodukte, KĂ€se und Fleisch, zu sich. Der Blutdruck ist bei diesen Bevölkerungsgruppen im Allgemeinen niedriger als bei anderen.
Positive Faktoren der mediterranen ErnÀhrungsweise
* Geringer Anteil an gesÀttigten FettsÀuren (SFAs)
* Hoher Anteil an einfach ungesÀttigten FettsÀuren (Monounsaturated Fatty Acids = MUFAs aus Olivenöl)
* Hoher Anteil an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen
* Hoher Anteil an MikronÀhrstoffen (z.B. Kalium, Kalzium, Magnesium und Vitamine)
* Geringer Salzgehalt
Obgleich noch nicht genau geklĂ€rt ist, welche Inhaltsstoffe der mediterranen ErnĂ€hrung fĂŒr ihre blutdrucksenkende Wirkung verantwortlich sind, deuten die Studienergebnisse darauf hin, dass die Kombination ihrer positiven Eigenschaften (siehe Kasten oben) zu niedrigerem Blutdruck fĂŒhrt.
Eine erst kĂŒrzlich durchgefĂŒhrte Studie deutet darauf hin, dass die zusĂ€tzliche Aufnahmevon Olivenöl bei einer ansonsten unverĂ€nderten ErnĂ€hrungsweise zu einer erheblichen Senkung des Blutdrucks fĂŒhren kann â ein Effekt, der nur bei Olivenöl zu beobachten war und anscheinend nicht allein auf dessen MUFA-Anteil zurĂŒckzufĂŒhren ist.
Olivenöl und Diabetes
Eine Umstellung der ErnĂ€hrung und Gewichtsreduktion sind die Hauptfaktoren bei der PrĂ€vention und der Behandlung eines nicht-insulinabhĂ€ngigen Diabetes mellitus (Typ 2 Diabetes). Risikopatienten und Patienten mit Typ 2 Diabetes wurde in der Vergangenheit nachdrĂŒcklich empfohlen, die Gesamtfettaufnahme durch einen verringerten Verzehr von gesĂ€ttigten FettsĂ€uren zu senken und gleichzeitig den Anteil an komplexen Kohlenhydraten zu erhöhen.
Einige Forscher haben jedoch herausgefunden, dass eine kohlenhydratreiche, fettarme ErnĂ€hrung eine HypertriglyceridĂ€mie verstĂ€rken kann. Unter anderem auch aus diesem Grund kann Patienten mit Diabetes Typ 2 eine MUFA-reiche ErnĂ€hrung mit einem vergleichsweise niedrigeren Anteil an Kohlenhydraten empfohlen werden. Eine ErnĂ€hrungsweise, die einen hohen Anteil an MUFA, aber einen niedrigen Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren (SFA) aufweist, kann nicht nur das Serumlipidprofil verbessern, sondern ermöglicht darĂŒber hinaus eine bessere Blutglucosekontrolle als eine kohlenhydratreiche ErnĂ€hrungsweise.
Die typische mediterrane ErnĂ€hrungsweise weist einen hohen Anteil an MUFA und an ballaststoffreichen komplexen Kohlenhydraten auf, jedoch nur einen niedrigen Anteil an SFAs. Sie ist aus diesem Grund die ideale ErnĂ€hrungsweise fĂŒr Diabetiker. Die tĂ€gliche Gesamtfettaufnahme kann den individuell unterschiedlichen Anforderungen durch den Einsatz von unterschiedlichen Mengen Olivenöl angepasst werden.
Olivenöl und Adipositas
Adipositas erhöht zweifelsohne das Risiko kardiovaskulĂ€rer Erkrankungen auf Grund der ungĂŒnstigen Auswirkungen auf Serumlipidprofil und Blutdruck. DarĂŒber hinaus ist Adipositas mit Typ 2 Diabetes assoziiert.
Von Nahrungsmitteln mit einer hohen Kaloriendichte oder mit einem hohen Fettanteil wird angenommen, dass sie die Hauptursache von Adipositas sind. Die traditionelle mediterrane ErnĂ€hrungsweise, die auf Getreideprodukten, GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchten basiert und sich durch eine niedrige Energiedichte auszeichnet, scheint trotz des relativ hohen Anteils an Olivenöl zur PrĂ€vention von Adipositas geeignet zu sein. Epidemiologische Studien zeigen eine geringere PrĂ€valenz fĂŒr Ăbergewicht und Adipositas in mediterranen LĂ€ndern.
Olivenöl und Thrombose-Risikofaktoren
Es gibt Hinweise darauf, dass verschiedene Blutgerinnungsfaktoren durch ErnĂ€hrungsfaktoren beeinflusst werden. So wurde gezeigt, dass mit der Nahrung aufgenommene n-3 (omega-3) FettsĂ€uren (mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren, Polyunsaturated Fatty Acid = PUFA) vorteilhafte Auswirkungen auf die Funktion der Thrombozyten haben. Dahingegen sind die Auswirkungen der n-6 (Omega-6) â PUFA auf thrombotische Ereignisse noch immer umstritten. Obgleich noch keine eindeutigen Untersuchungsergebnisse fĂŒr eine positive Auswirkung von MUFAs auf das Gerinnungssystem vorliegen, legt die Mehrzahl der Thrombosestudien nahe, dass eine ErnĂ€hrung nach mediterraner Art mit den genannten Eigenschaften den Anforderungen zur Thrombose-PrĂ€vention entspricht.
Olivenöl und koronare Herzkrankheit (KHK)
Epidemiologische Studien
Die 7-LĂ€nder-Studie hat die Beziehung zwischen mediterraner ErnĂ€hrungsweise und koronarer Herzkrankheit (KHK) untersucht. Es wurde eine direkte Beziehung zwischen der Aufnahme von MUFAs und einer niedrigen Sterberate nach 15-jĂ€hriger Studiendauer festgestellt. Fast 13.000 MĂ€nner im Alter von 40â59 Jahren nahmen an der Studie teil. Die KHK-MortalitĂ€t war wĂ€hrend der nachfolgenden 15 Jahre in den LĂ€ndern am niedrigsten, in denen ein hoher Anteil an MUFAs und ein niedriger Anteil an SFAs aufgenommen wurde.
LĂ€nder, die an der 7-LĂ€nder-Studie teilnahmen
* Italien
* Griechenland
* Ehem.-Jugoslawien
* Niederlande
* Finnland
* USA
* Japan
FĂŒr die griechische Insel Kreta wurde die niedrigste KHK MortalitĂ€t nach-gewiesen. Dies verdeutlicht, dass die Kombination der cholesterinsenkenden Eigenschaften von ĂlsĂ€ure (gröĂtenteils aus Olivenöl) und weiteren positiven Eigenschaften der mediterranen ErnĂ€hrungsweise einen deutlichen Schutz gegen Herzkrankheiten bietet.
UnglĂŒcklicherweise verĂ€ndern sich die ErnĂ€hrungsgewohnheiten in der gesamten Mittelmeerregion seit dem Beginn der 7-LĂ€nder-Studie in den frĂŒhen 60er Jahren. Dieser Trend scheint sich negativ auf die kardiovaskulĂ€re Gesundheit der gesamten Region auszuwirken.
Daten von Lebensmittelverzehrstudien zeigen einen deutlichen Anstieg des Konsums tierischer Nahrungsmittel (Fleisch, Milch und Milchprodukte) und anderer Nahrungsfette als Olivenöl. Diese VerÀnderungen im Essverhalten werden begleitet von der Erhöhung verschiedener kardiovaskulÀrer Risikofaktoren, dazu gehören eine Zunahme von erhöhtem Cholesterinspiegel, Adipositas und Bluthochdruck. Diesem Trend muss durch Bewahrung bzw. Förderung der traditionellen ErnÀhrungsweise in den MittelmeerlÀndern entgegen gewirkt werden.
Trotz des zunehmenden Verzehrs tierischer Nahrungsmittel belegen neuere epidemiologische Daten von 1992 bis 1994 den klaren Nutzen einer ErnÀhrungsweise nach mediterraner Art. Sie zeigen, dass die KHK-MortalitÀtsrate in den mediterranen Regionen immer noch deutlich niedriger liegt als in Westeuropa und in den USA.
Interventionsstudien
Die meisten ErnÀhrungs-Interventionsstudien zielen auf eine Verringerung der gesÀttigten FettsÀuren und eine Erhöhung des Anteils an Kohlenhydraten und / oder mehrfach ungesÀttigten FettsÀuren (PUFA) ab. Die positiven Studienergebnisse bestÀtigen die Notwendigkeit, den Anteil an gesÀttigten FettsÀuren in der Nahrung zu verringern.
Bis heute wurde noch keine epidemiologische Interventionsstudie durchgefĂŒhrt, bei der insbesondere die Wirkung von einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (MUFA) im Hinblick auf die PrimĂ€rprĂ€vention von KHK untersucht wurde. Dennoch haben unzĂ€hlige kontrollierte ErnĂ€hrungsstudien gezeigt, dass eine MUFA-reiche ErnĂ€hrung den Gesamtcholesterin- und den LDL-Cholesterinblutspiegel effektiv senkt, was wiederum zu einer Abnahme der HĂ€ufigkeit ischĂ€mischer Herzerkrankungen fĂŒhrt.
ErnÀhrungsempfehlungen
Viele nationale und internationale Gesundheitsorganisationen sprechen ErnÀhrungsempfehlungen zur KHK-PrÀvention aus. Zusammengefasst lauten diese:
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Der Gesamtfettverzehr sollte auf 30% der Gesamtenergie gesenkt werden.
*
Die Aufnahme von gesÀttigten FettsÀuren (SFA) sollte unter 10% der Gesamtenergie gesenkt werden.
*
Die Aufnahme von mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (PUFA) sollte nicht mehr als 7â8% der Gesamtenergie betragen.
*
Der Anteil an einfach ungesÀttigten FettsÀuren (MUFA) sollte bis zu 15% der Gesamtenergie betragen.
*
Die Cholesterinzufuhr durch die Nahrung sollte unter 300 mg/Tag liegen.
*
Der Anteil an komplexen Kohlenhydraten und Ballaststoffen sollte erhöht werden.
Die traditionelle mediterrane ErnĂ€hrungsweise ist ein hervorragendes Beispiel dafĂŒr, wie diese theoretischen Richtlinien in tĂ€gliche Kost umgesetzt werden können: Sie ist reich an pflanzlichen Produkten (unter anderem Brot, Getreide, Obst und GemĂŒse) und weist einen niedrigen bis mĂ€Ăigen Anteil an tierischen Produkten auf. Wichtig ist, dass Olivenöl die Hauptquelle der Fettzufuhr ist und einen hohen Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren liefert.
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Olivenöl und der Gastrointestinaltrakt
Autoren: Institut fĂŒr Arterioskleroseforschung, UniversitĂ€t in Zusammenarbeit mit Eurosciences Communication
Einleitung
Eine steigende Zahl von Veröffentlichungen spricht zunehmend dafĂŒr, dass dieQualitĂ€t des Nahrungsfettes Einfluss auf Physiologie und Pathophysiologie des Gastrointestinaltraktes hat. Das Hauptaugenmerk der Studien gilt der Auswirkung verschiedener NahrungsfettsĂ€uren auf MagensĂ€uresekretion und Gallensteinbildung. Magenerkrankungen und insbesondere Gallensteine sind in den westlichen Industriestaaten sehr verbreitet. In Europa und Nordamerika leiden bis zu 38 Prozent der Bevölkerung an Gallensteinen (4).
MagensÀuresekretion
1886 stellten Ewald und Boas in der wahrscheinlich ersten Studie zur Untersuchung des Einflusses von Nahrungsfett auf die Magenfunktion fest, dass es bei einer Zugabe von Olivenöl zu einer Testmahlzeit zur UnterdrĂŒckung der MagensĂ€uresekretion kam (6). Seitdem wurde in zahlreichen Studien bestĂ€tigt, dass das Vorhandensein von Fett in unterschiedlichen Segmenten des
Intestinaltrakts zu einer Hemmung der MagensĂ€uresekretion fĂŒhrt. In den meisten dieser Untersuchungen wurde Olivenöl als Nahrungsfettquelle verwendet. Befindet sich Olivenöl im Duodenum, kommt es bei Hunden (11), Ratten (20) und Menschen (18, 23) zu einer Verringerung der MagensĂ€uresekretion. Bis vor kurzem war allerdings nicht bekannt, ob auch andere Nahrungsfette diese Wirkung zeigen oder ob es sich um eine spezifische Eigenschaft von Olivenöl bzw. einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren handelt. 1997 untersuchten Serrano et al. die Auswirkung einer ErnĂ€hrung mit einem hohen Anteil an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (Olivenöl) auf die MagensĂ€uresekretion verglichen mit einer Kost mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren (Sonnenblumenöl). Die 30-tĂ€gige ErnĂ€hrung mit Olivenöl fĂŒhrte zu einer Verminderung der MagensĂ€uresekretion nach Verzehr einer flĂŒssigen Mahlzeit - im Vergleich mit einer ErnĂ€hrung, die Sonnenblumenöl enthielt (22). Rhee et al. (20) untersuchten auch mechanistische Aspekte dieser suppressiven Wirkung von ĂlsĂ€ure. Sie konnten bei Ratten nachweisen, das die hemmende Wirkung der ĂlsĂ€ure auf die MagensĂ€uresekretion durch ein Peptidhormon vermittelt wird, das bei Kontakt der Duodenalschleimhaut mit dieser FettsĂ€ure in das Blut abgegeben wird.
Diese Ergebnisse belegen ĂŒbereinstimmend, dass der Verzehr von Olivenöl zu einer Verringerung der MagensĂ€uresekretion fĂŒhrt. Diese Wirkung könnte sich als gĂŒnstig fĂŒr Erkrankungen wie GeschwĂŒre des Magens oder Duodenums erweisen, bei der eine verringerte MagensĂ€uresekretion eines der wichtigsten Therapieziele darstellt.
Gallensteinbildung
In zahlreichen Studien wurde der Zusammenhang zwischen ErnĂ€hrung und Gallensteinbildung untersucht. Leider wurde in einigen dieser Untersuchungen (9, 10, 15, 17, 19, 21, 25) die Zusammensetzung der NahrungsfettsĂ€uren nicht ermittelt. Daher können diese Studien nicht zur Beurteilung des Zusammenhangs zwischen Gallensteinen und NahrungsfettsĂ€uren herangezogen werden. AuĂerdem ist ein Vergleich der Studien auf Grund der groĂen Unterschiede in Studiendesign, Methode der ErnĂ€hrungsbeurteilung oder Diagnose eines Gallensteinleidens sehr problematisch.
Eine der ersten Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Nahrungsfett und Gallensteinleiden war eine 1989 von Linos et al. durchgefĂŒhrte Fall-Kontroll-Studie. Diese Studie ergab, dass âvon allen Nahrungsfaktoren der Verzehr von tierischem Fett [...] als einziger eine positive, statistisch signifikante (p<0,05) Assoziation aufwies. Interessanterweise stand der Verzehr von Olivenöl in gröĂeren Mengen in einem negativen (d.h. schĂŒtzenden) Zusammenhang mit dieser Krankheit" (12). Vor kurzem beobachteten Misciagna et al. in einer Fall-Kontroll-Studie, dass gesĂ€ttigte Fette einen von mehreren Risikofaktoren fĂŒr die Bildung von Gallensteinen darstellen, wĂ€hrend einfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren mit dieser Erkrankung negativ assoziiert sind (14). In einer prospektiven Studie beobachteten Gilat et al. bei Arabern mit einer geringen Gallensteininzidenz eine erhöhte Aufnahme von Kalorien, Kohlenhydraten, Ballaststoffen und ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren im Vergleich zu Juden mit einer höheren Gallensteininzidenz (7). Sie kamen allerdings zu dem Schluss, dass ânicht belegt werden kann, ob ĂŒberhaupt einer und wenn welcher der Unterschiede in der ErnĂ€hrung fĂŒr die geringere HĂ€ufigkeit von Gallensteinen verantwortlich ist". Weitere Hinweise fĂŒr einen Zusammenhang zwischen der QualitĂ€t des Nahrungsfettes und der Bildung von Gallensteinen liefert die âNurses Health Study". Hier wurde eine inverse Beziehung zwischen der Aufnahme von pflanzlichem Fett und der Inzidenz von Gallensteinen beobachtet (13). Andererseits wurde keine signifikante Assoziation zwischen der Erkrankung und der Aufnahme mehrfach oder einfach ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren nachgewiesen. Bravo et al. belegten, dass sowohl der Verzehr von einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren als auch der von mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren bei Ratten zu einer vermehrten Ausscheidung von Cholesterin ĂŒber die Galle fĂŒhren (3). AuĂerdem zeigte sich bei den mit mehrfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren gefĂŒtterten Tieren eine erhöhte CholesterinsĂ€ttigung der Galle. Diese Erhöhung wurde bei den mit einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren ernĂ€hrten Tieren nicht nachgewiesen. Nach Ansicht der Autoren könnte dies eine âBedeutung fĂŒr das Risiko einer Bildung von Cholesteringallensteinen haben" (3).
Diese Ergebnisse stehen mit denen von zwei an Hamstern durchgefĂŒhrten Studien in Einklang. Dort fand man fĂŒr gesĂ€ttigte FettsĂ€uren eine verstĂ€rkte Gallensteinbildung, wĂ€hrend einfach und mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren zu einer Verringerung fĂŒhrten (5, 8). In zwei weiteren Studien konnte keine Assoziation zwischen Nahrungsfett und Gallensteinen nachgewiesen werden (16, 24), und in einer dieser Studien wurde bei Gallensteinpatienten sogar eine erhöhte Aufnahme von einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren gefunden (16). Dennoch kamen die bisher durchgefĂŒhrten Studien gröĂtenteils zu dem Ergebnis, das eine erhöhte Aufnahme von gesĂ€ttigten FettsĂ€uren ein Risikofaktor fĂŒr die Bildung von Gallensteinen zu sein scheint, wĂ€hrend die Aufnahme von einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren, wie beispielsweise Olivenöl, und möglicherweise auch die mehrfach ungesĂ€ttigter FettsĂ€uren, eine Schutzfunktion gegen Gallensteinbildung haben kann. Andererseits sind noch einige Fragen offen, beispielsweise, warum in manchen Studien im Gegensatz zu anderen eine schĂŒtzende Wirkung beobachtet wurde oder welche Auswirkungen NahrungsfettsĂ€uren in der Ătiologie der Gallensteinbildung haben. Zur ihrer KlĂ€rung sind weitere Studien erforderlich.
Zusammenfassung
Die vorliegenden Studien ĂŒber den Zusammenhang zwischen Nahrungsfettaufnahme sowie Physiologie und Pathophysiologie des Gastrointestinaltrakts sprechen dafĂŒr, dass sich eine erhöhte Aufnahme von einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren gĂŒnstig auf den Gastrointestinaltrakt auswirkt; die MagensĂ€uresekretion wird verringert und der Gallensteinbildung vorgebeugt. Die Auswirkung der Nahrungsfettzusammensetzung auf andere Magendarmerkrankungen, z.B. Refluxösophagitis oder Obstipation, wurde noch nicht ausreichend untersucht. Es liegen allerdings einige Studien vor, dieweitere gĂŒnstige Wirkungen einer an einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren reichen ErnĂ€hrung vermuten lassen. Barltrop und Oppe wiesen bei SĂ€uglingen nach, dass Olivenöl quantitativ besser absorbiert wird als Butterfett (2). Ballesta et al. belegten, dass Olivenöl bei Hunden Verdaubarkeit und metabolische Verwertung von NahrungseiweiĂ verbessert (1). Weiterhin zeigen erste Studien ĂŒber die Wirkung von Olivenöl bzw. ĂlsĂ€ure im Hinblick auf die Magen-Darm-MotilitĂ€t und die Magenentleerung, dass Mahlzeiten mit einem hohen Anteil an ĂlsĂ€ure im Gegensatz zu solchen mit einem hohen Anteil an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren die Magenentleerung verzögern und dadurch die Reservoirfunktion des Magens unterstĂŒtzen (27). Spiller et al. (26) beschreiben eine Beschleunigung der Darmpassage bei der Zugabe von ĂlsĂ€ure zu Testmahlzeiten. Allerdings fehlt der Vergleich von ĂlsĂ€ure mit anderen FettsĂ€uren. Daher bleibt offen, ob diese Wirkung fĂŒr Fett im allgemeinen gilt, oder ob es sich um ein spezifisches Merkmal der einfach ungesĂ€ttigten FettsĂ€uren handelt.
Trotz der zahlreichen offenen Fragen lĂ€sst sich zusammenfassend feststellen, dass Olivenöl vermutlich auf unterschiedliche Stoffwechselfunktionen des Gastrointestinaltrakts gĂŒnstige Wirkungen ausĂŒbt.
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Literatur
1. Ballesta MC, Martinez-Victoria E, Manas M, Mataix FJ, Seiquer I, Huertas JH: Protein digestibility in dog. Effect of the quantity and quality of dietary fat (virgin olive oil and sunflower oil). Nahrung 35: 161-167 (1991).
2. Barltrop D, Oppe TE: Absorption of fat and calcium by low birthweight infants from milks containing butterfat and olive oil. Arch Dis Child 48: 496-501(1973).
3. Bravo E, Flora L, Cantafora A, De Luca V, Tripodi M, Avella M, Botham KM: The influence of dietary saturated and unsaturated fat on hepatic cholesterol metabolism and the biliary excretion of chylomicron cholesterol in the rat. Biochim Biophys Acta 1390: 134-148 (1998).
4. Brett M, Barker DJP: The World Distribution of Gallstones. Int J Epidemiol 5: 335-341 (1976).
5. Cohen BI, Mosbach EH, Ayyad N, Miki S, McSherry CK: Dietary fat and fatty acids modulate cholesterol cholelithiasis in the hamster. Lipids 27: 526-532 (1992).
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8. Jonnalagadda SS, Trautwein EA, Hayes KC: Dietary fats rich in saturated fatty acids (12:0, 14:0, and 16:0) enhance gallstone formation relative to monounsaturated fat (18:1) in cholesterol-fed hamsters. Lipids 30: 415-424 (1995).
9. Jorgensen T, Jorgensen M: Gallstones and diet in a Danish population. Scand J Gastroenterol 24: 821-826 (1989).
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Deutsches Ärzteblatt - 10. Januar 2005
Brustkrebs: Wie Olivenöl möglicherweise die Wirksamkeit der Chemotherapie verstärkt
CHICAGO. Forscher aus den USA und Spanien sind den Geheimnissen der krebspräventiven
Wirkung der mediterranen Kost auf der Spur. In der Onlineausgabe der Annals of Oncology
(2005: doi:10.1093/annonc/mdi090) berichten sie, dass Olivenöl die Aktivität des Onkogens
Her-2/neu um fast die Hälfte senkt. Her-2/neu ist der Angriffspunkt des beim
Mammakarzinom eingesetzten Medikamentes Trastuzumab (in Herceptin®), sodass ein
kombinierter Behandlungsansatz aus Diät und Medikament denkbar wäre.
Die European Society for Medical Oncology widmet der Studie von Javier Menendez von der
Universität Gerona in Katalonien und Mitarbeitern der Feinberg School of Medicine in Chicago
eine Pressemitteilung, obwohl es sich lediglich um In-vitro-Ergebnisse handelt, deren klinische
Relevanz immer zweifelhaft ist. Doch die Forscher haben ein zweifellos interessantes
Phänomen entdeckt. Es könnte erklären, warum die mediterrane Kost, deren zentraler
Bestandteil Olivenöl ist, eine protektive Wirkung gegen Krebs hat, wie dies in mehreren
epidemiologischen Studien gezeigt werden konnte. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben,
dass die epidemiologischen Belege zur krebsprotektiven Diät beim Mammakarzinom alles
andere als eindeutig sind. Die mediterrane Kost schützt vor allem vor Herz-Kreislauf-
Erkrankungen, weniger vor Krebs.
In einer Reihe von Experimenten haben die Forscher untersucht, wie sich die Zugabe von
Olivenöl auf die Expression des Onkogens Her-2/neu bei Brustkrebszellen auswirkt. Her-
2/neu ist ein Rezeptor, der von etwa einem Fünftel aller Mammakarzinome gebildet wird. Der
Rezeptor ist Andockstelle für Zytokine, die Wachstum und Metastasierung des Tumors
fördern. Brustkrebstumore, die Her-2/neu bilden, haben eine schlechtere Prognose als
solche, die diesen Faktor nicht haben.
Die Forscher fanden nun heraus, dass Olivenöl die Expression von Her-2/neu um bis zu 46
Prozent reduziert. Damit würde eine ähnliche Wirkung erzielt, wie nach der Gabe des
Krebsmedikamentes Trastuzumab und zwar in der optimalen Konzentration des Mittels von 20
µg/ml. Trastuzumab ist ein monoklonaler Antikörper gegen Her-2/neu. Es ist das Produkt
einer langjährigen Entwicklungsarbeit von Forschung und Pharmaindustrie. Dass nun das
Nahrungsmittel Olivenöl wenigstens in einer Zellkultur die gleiche Wirkung erzielt, ist
erstaunlich. Dennoch wäre der Schluss, dass Olivenöl eine Wirkung bei Brustkrebs hat,
sicherlich verfrüht und deshalb falsch. Denn solche Konsequenzen lassen sind aus In-vitro-
Untersuchungen nicht ableiten.
Doch die Forscher haben noch mehr herausgefunden. Wenn Olivenöl die gleiche Wirkung hat
wie Trastuzumab, sollte die Kombination beider Mittel die Wirkung weiter verstärken. Und
tatsächlich: Olivenöl plus 5 µg/ml Trastuzumab führten zu einer Down-Regulation der Her-
2/neu exprimierenden Zellen um bis zu 70 Prozent. Nicht nur verschwanden die Onkogen-
Rezeptoren von vielen Zellen. Auch innerhalb des Zellstoffwechsels wurden Veränderungen
gefunden, die mit einer positiven Wirkung vereinbar sind. Die Forscher wollen sogar Hinweise
auf eine verstärkte Apoptose gefunden haben. Schließlich soll auch noch die Bildung eines
Eiweißes beeinflusst worden sein, dass für die Resistenz gegen Trastuzumab verantwortlich
ist.
Alle diese Ergebnisse sind mit äußerster Zurückhaltung zu bewerten. Der nächste Schritt
besteht nach Angaben der Forscher in der Durchführung von tierexperimentellen Studien. Sie
sollen untersuchen, ob die in-vitro-Effekte auch in-vivo nachweisbar sind. Denkbar sind auch
epidemiologische Studien, in denen untersucht wird, ob das Versagen von Trastuzumab mit
bestimmten Ernährungsfaktoren korreliert./rme
Abstract der Studie
Pressemitteilung der ESMO
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Mediterrrane DiÀt reduziert die Sterblichkeit durch Herzinfarkt, Schlaganfall
und Dickdarmkrebs um bis zu 50% in der griechischen Bevölkerung
eine Studie aus Griechenland, veröffentlicht im New England Journal of Medicine im Juni 2003
âEinhaltung einer Mediteranen DiĂ€t und Ăberleben in der griechischen Bevölkerung"
(Dr. med. Antonia Trichopoulou, Dr. phil. Tian Costacou, Dr. phil. Christina Bamia,
Dr. med. Dimitrios Trichopoulou im New England Journal of Medicine, Juni 2003)
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Fachbegriffe - kurz erlÀutert
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Antioxidantien
NatĂŒrliche A. sind z. B. die Vitamine E und C sowie das Beta-Carotin. Sie verhindern OxidationsvorgĂ€nge im Körper, da sie Radikale, die solche VorgĂ€nge auslösen können, abfangen und unschĂ€dlich machen können.
Angina Pectoris
Herzschmerz. Tritt anfallartig hinter dem Brustbein auf und kann bis in den linken Arm ausstrahlen.
Arteriosklerose (Atherosklerose)
"Arterienverkalkung", durch Einlagerung von Cholesterin, Zellen und Bindegewebe verengen sich die Arterien.
Kommt es zum völligen VerschluĂ, wird die Blutversorgung zu den Organen unterbrochen.
Die Folge ist ein akuter Sauerstoffmangel von Teilen des Organs.
Arterienverkalkung
siehe Arteriosklerose
Ballaststoffe
Unverdauliche pflanzliche Nahrungsbestandteile, die keine Energie liefern.
Sie beeinflussen jedoch das Hunger-/SĂ€ttigungsgefĂŒhl, die Verdaulichkeit der Speisen und die Darmfunktion positiv.
Cholesterin
Fett, das in tierischen Nahrungsmitteln vorkommt. Wird auch vom Menschen selbst produziert und hat vielfĂ€ltige Aufgaben im Körper. Ein erhöhter Cholesterinwert im Blut ist ein Risikofaktor fĂŒr die Entstehung einer Arteriosklerose.
Diabetes mellitus
Zuckerkrankheit. Stoffwechselstörung, bei der die Regulation des Blutzuckerspiegels gestört ist.
Divertikulose
Krankhafte AusstĂŒlpungen des Darmes.
Fettstoffwechsel
Aufnahme, Verdauung und Verarbeitung der Fette im Körper. Die eigentliche Fettverdauung beginnt erst im DĂŒnndarm. Hier werden die gespaltenen Fettbausteine in die Blutbahn aufgenommen und in die Leber transportiert.
Fettstoffwechselstörung
siehe HypercholesterinÀmie oder HypertriglyzeridÀmie
HDL-Cholesterin
High density lipoproteins (Lipoproteine hoher Dichte). Diese Fett-EiweiĂ-Verbindungen transportieren das Cholesterin, das in den Körperzellen nicht mehr benötigt wird, zurĂŒck zur Leber. Wirkt einer Cholesterinablagerung in den GefĂ€Ăen entgegen. Deshalb verwendet der Arzt auch die Bezeichnung "gutes" Cholesterin.
Herzinfarkt
Durch anhaltende Mangeldurchblutung des Herzmuskels kommt es in einem Bereich der Herzmuskulatur zum Absterben von Zellen.
Homocystein
Homocystein ist eine in der Nahrung nicht vorkommende AminosĂ€ure (EiweiĂbaustein). Sie wird im Körper gebildet. Erhöhte Homocysteinblutwerte stellen einen Risikofaktor fĂŒr die Entstehung einer Arteriosklerose dar. Um Homocystein (auch "toxische AminosĂ€ure" genannt) wieder abbauen zu können, benötigt der Körper die Vitamine B6, B12 und FolsĂ€ure.
HypercholesterinÀmie
Erhöhter Cholesteringehalt im Blut. Risikofaktor fĂŒr Arteriosklerose.
HypertriglyzeridÀmie
Der Gehalt der körpereigenen Triglyzeride ist stark erhöht. Ursache: hĂ€ufig Ăbergewicht, Alkoholabusus, Diabetes mellitus.
Komplexe Kohlenhydrate
Kohlenhydrate sind organische Verbindungen, die dem Körper u. a. als Brennstoff und Energiespeicher dienen. Komplexe K., zu denen auch die Ballaststoffe gehören, bewirken ein lang anhaltendes SĂ€ttigungsgefĂŒhl.
Koronare Herzkrankheit (KHK)
Durch Einengung oder Verschluss von HerzkranzgefĂ€Ăen hervorgerufene Verminderung der Durchblutung des Herzmuskels. HĂ€ufigste Ursache: Arteriosklerose.
LDL-Cholesterin
Low density lipoproteins (Lipoproteine geringer Dichte). Diese Fett-EiweiĂ-Verbindung besteht zu ca. 35% aus Cholesterin und transportiert es zu den Körperzellen. Je mehr LDL-Cholesterin im Blut, desto mehr Cholesterin kann in den GefĂ€Ăen abgelagert werden. Daher auch als "schlechtes" Cholesterin bezeichnet.
LDL-Oxidation
In den ArterienwĂ€nden ablaufende VerĂ€nderung von LDL-Partikeln, die zur Ablagerung von Cholesterin fĂŒhren kann. Möglicherweise erster Schritt auf dem Wege zur Arteriosklerose.
Lipoproteine
Fett-EiweiĂ-Verbindungen ("Lipo-" = Fett und "-protein" = EiweiĂ) Im wĂ€ssrigen Blutplasma können Fette nur transportiert werden, wenn sie an wasserlösliche EiweiĂstoffe gebunden werden.
Omega-3-FettsÀuren
Kommen hauptsÀchlich in Kaltwasserfischen ( z.B. Hering, Lachs, Makrele) vor.
* Senken die Serumtriglyzeride.
* Wirken gĂŒnstig auf die Blutgerinnung (antithrombotisch) und auf EntzĂŒndungsprozesse.
Schlaganfall
Verminderung oder Unterbrechung der Durchblutung von Teilen des Gehirns fĂŒhrt zum Hirninfarkt. Ursache: meist Arteriosklerose.
SekundÀre Pflanzenstoffe
Keine NĂ€hrstoffe im engeren Sinne, besitzen auch keine lebensnotwendige Bedeutung fĂŒr den Menschen. Besitzen jedoch unter anderem immunsteigernde, stoffwechselregulierende, antimikrobielle und antioxidative Wirkung. Ein Teil der s. P. kann als Farb-, Geruchs- oder Geschmacksstoff wahrgenommen werden. Vor allem in Obst und GemĂŒse enthalten, aber auch in Tee oder Rotwein.
Sensorik
Beurteilung der Eigenschaften und QualtitÀt (u.a. Geruch, Geschmack, Aussehen) von Lebensmitteln durch die Sinne.
TransfettsÀuren
UngesÀttigte FettsÀuren, die durch den chemischen Vorgang der FetthÀrtung entstehen.
UnerwĂŒnschter Nahrungsbestandteil der im Besonderen das LDL-Cholesterin im Blut steigern kann.
Triglyzeride
Neutralfette. Bestehen aus einem Glycerin-MolekĂŒl und drei FettsĂ€uren. Es werden gesĂ€ttigte, einfach und mehrfach ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren unterschieden.
GesÀttigte FettsÀuren
SAFA (saturated fatty acids).
FettsÀuren ohne Doppelbindung. Kommen in tierischen Fetten, Kokosfett, Palmfett und Palmkernfett vor.
* Erhöhen das LDL-Cholesterin.
Einfach ungesÀttigte FettsÀure
MUFA (monounsaturated fatty acids).
FettsÀuren mit einer Doppelbindung. Reichlich in Oliven-, Raps- oder Erdnussöl, enthalten.
* Senken das Gesamt- und LDL-Cholesterin.
Mehrfach ungesÀttigte FettsÀuren
PUFA (polyunsaturated fatty acids)
FettsĂ€uren mit mehreren Doppelbindungen. Kommen hauptsĂ€chlich in pflanzlichen Ălen (Sonnenblumen-, Distel-, Sojaöl) vor.
* Senken das Gesamt- und LDL-Cholesterin.
* Senken bei extrem PUFA-reicher Kost das HDL-Cholesterin.
* BegĂŒnstigen die LDL-Oxidation.
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Quellen:
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Informationsgemeinschaft Olivenöl:
Das Deutsche Olivenöl Panel (DOP) ist eine sensorische Testergruppe für
die Prüfung der Olivenöl-Qualität. Weltweit sind ca. 40 Panele akkreditiert.
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